15.05.2015

Trois Épis (Elsass)

Kirche Trois Epis
Kirche Trois Epis

Himmlische Stimmen a cappella

Das aus Heilbronn am Neckar stammende Ensemble besteht, wie sein Name anzeigt, aus Bässen und Sopranen, aber auch aus Tenören und Altistinnen. Heute Abend ist es zusammengesetzt aus fünf Männer- und zehn Frauenstimmen, die die Akustik der Erscheinungskirche mit einem Programm geistlicher a cappella Musik hervorheben.

Filmmitschnit: Concert de l'Ensemble Vocal "alto e basso"

DERNIÉRES NOUVELLES D'ALSACE

Die Inschrift ihres Programms, von Victor Hugo ausgeliehen (Was man nicht sagen kann und sich nicht traut auszusprechen, vermag die Musik auszudrücken), wird meisterhaft illustriert von Werken des 16. bis 20. Jhds. Sie beginnen mit der italienischen Helligkeit von de Victoria und vor allem mit dem glänzenden Magnificat Palestrinas. Auf diese Ouverture folgt klassischerweise eine fünfstimmige Motette Joh. Christoph Bachs in deutscher Sprache bevor man zur orthodoxen Liturgie übergeht mit dem Blazhen Muzh von Rachmaninov, von leidenschaftlicher ausgelassener Freude, und durch ein Alleluja modernster Struktur des Leiters Michael Böttcher selber zur Ruhe kehrend.

Der Beweis für die Zeitlosigkeit und die Allgemeingültigkeit der geistlichen Musik grenzt an die Offensichtlichkeit dieser Art ununterbrochenen Continuos, das wiederum die Ebenen Rachmaninovs, das Heideland Purcells und den ganz und gar französischen Einfallsreichtum Poulencs vorbeiziehen sieht, das Böttcher mit der Vertonung eines altirischen Gebets beschließt. 

Das Finale bleibt der Linie treu, indem es immer ganz harmonisch die Neuartigkeit Max Regers mit dem Renaissancestil des Organisten Thomas Tallis vereinigt.

Die kleine Versammlung der Zuhörer, die Treuen, die dem nasskalten Wetter getrotzt hatten, um zum Konzert zu kommen, applaudiert herzlich noch ganz unter Bann stehend und wird mit einer Zugabe belohnt, einfühlsame Aufmerksamkeit der Sänger mit Sahnehäubchen auf dem Kuchen*: Denn alto e basso kehrt zurück mit einer französischen Komposition von Claude Le Jeune und dem, was jeder unter den Umständen hofft: Revecy venir le printans.

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